Kolumne #5: Fass mich nicht an! + 90s-Revival-Outfit


Okay, ich brauche noch ein Paar Socken, die Avocados darf ich nicht vergessen, muss das Dokument Zuhause noch ausdrucken und den Abwasch ma- WTF?!
Völlig entgeistert reiße ich herum und starre entsetzt zurück. Der Blick des Typen trifft meinen. Es zeichnet sich noch ein schelmisches Grinsen auf seine Mundwinkel ab, bis er sich umdreht und unbekümmert weitergeht. Langsam weicht das Gefühl des Schocks dem der Wut. Kurz überlege ich, ob ich ihm hinterher jagen und zur Rede stellen soll. Doch eine kleine Stimme in mir sagt: "Die Bahn kommt gleich, lass es, er ist es nicht wert." Noch schlechter gelaunt gehe ich weiter und versuche den Gedanken abzuschütteln.
Erst Zuhause merke ich natürlich, dass ich die Avocados vergessen habe.



Viel zu viel, um wahr zu sein ...


So ähnlich ergeht es mir in den letzten Jahren ständig, doch in den letzten Monaten haben sich diese Vorfälle aus unerfindlichen Gründen exponentiell kumuliert. Ich spreche von sexueller Belästigung. Mitten auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Lokalen. Eigentlich überall, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Seien es verbale Kommentare, dämliche Cat Calls, bis hin zu körperlichen Übergriffen. Meine zehn Finger reichen nicht, um überhaupt die Vorkommnisse des letzten halben Jahres aufzuzählen. Mir wurde im Vorbeigehen in die Seite gezwickt, an den Hintern und in die Haare gefasst, es wurden heimlich Fotos von mir gemacht, penetrant nach gemeinsamen Selfies gefragt, es wurde mir so sehr auf die Pelle gerückt, dass ich aufstehen und gehen musste, um der physischen Beklommenheit zu entweichen. Von den ganzen Sprüchen will ich gar nicht erst anfangen.



Ich bin keinesfalls jemand, der derartiges über sich ergehen lässt und schreie sofort auf, wenn jemandem (oder mir) Unrecht widerfährt. Zumindest dachte ich das. Denn wenn man sich tatsächlich in dieser Situation befindet, die einen natürlich total unerwartet trifft, ist man wie paralysiert. Was war das eben? Ist das tatsächlich passiert? Was mach ich jetzt? Man fühlt sich wirklich hilflos und bevor man reagieren kann, sind diese Idioten meist schon wieder weg.



Meine ungewollte Fotomodellkarriere


Letzten Herbst saß ich nichtsahnend im Bus und war auf dem Weg zu einer Grillparty. Irgendwann tippte mir man auf die Schulter und eine Dame machte mich darauf aufmerksam, dass der Kerl hinter mir heimlich Fotos von mir mache. Ich war gleich auf 180, fragte, was das soll und er mir die Fotos zeigen soll. Der Typ (total heruntergekommener Asipenner, entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber ich werde immer noch wütend, wenn ich daran denke) tat auf unschuldig blöd. Er wüsste gar nicht, wo das Problem sei. Nachdem ich (anscheinend zu seinem Erstaunen) hartnäckig blieb, zeigte er sie mir auf seiner Digitalkamera. Von wegen er würde nur aus dem Fenster fotografieren. Ich war das zentrale Objekt auf dem Foto, noch offensichtlicher ging es kaum. Zum Glück war nur mein Hinterkopf drauf und kein Profil nur zu erahnen, doch ich war pissig und forderte ihn auf, es zu löschen. Natürlich weigerte er sich. Vor Wut log ich sogar, dass es Konsequenzen haben würde und dass mein Freund Jurist sei. Half alles nichts. Die nette Dame unterstützte mich noch, aber alle anderen beobachteten das Spektakel, als sei es eine Schauspielvorführung. Irgendwann hab ich es gut sein lassen, weil ich mir weder die restliche Laune verderben noch mich mit so einem Menschen weiter auseinander setzen wollte. Wäre mein Gesicht gut zu erkennen gewesen, hätte ich natürlich bis zum Schluss auf mein Recht plädiert, aber so war mir meine Energie zu schade.
In diesen Minuten habe ich mich so hilflos gefühlt, irgendwann sogar ziemlich verzweifelt. Niemand hat geholfen und ich war mit meinem Latein auch irgendwann am Ende. Was wäre wohl passiert, wenn er handgreiflich geworden wäre? Hätten die anderen Leute im Bus auch nur da gesessen und zugeschaut?




Meine Schuld ... ?


Wenn ich solche Geschichten erzähle, dann empören sich die meisten; starren mich fassungslos an und reden mir gut zu. Meist kommt zum Schluss noch ein: "Pass das nächste Mal besser auf dich auf." Wie bitte? Es war hellichter Tag an einem öffentlichen Platz mitten in der Stadt. Ganz ehrlich, wenn mich jemand belästigt, dann liegt es überhaupt nicht an mir. Zu keinem Prozent. Und nein, die Kleiderdiskussion beginne ich erst gar nicht, das ist vollkommen lächerlich.



Ich war noch nie jemand, der in der Öffentlichkeit Angst hatte. Egal ob es dunkel, mir die Straße unbekannt oder ich allein unterwegs war. Während meine Eltern geradezu paranoid werden, wenn ich spät heimfahre, ist meine größte Sorge, dass mein Handyakku versagt, ich keine Musik auf dem Weg hören kann und ätzenden fremden Gesprächen und dem Stadtlärm ausgeliefert bin. Doch langsam verliere ich auch den Glauben an die Menschheit. Was ist, wenn tatsächlich etwas passieren sollte und ich mich nicht mehr wehren kann? Denn laut einer EU-Umfrage wurde bereits jede zweite Frau sexuell belästigt. Die Hälfte aller weiblichen Personen! Soll ich mich jetzt Zuhause einsperren und nie wieder einen Fuß ins Freie setzen? "Frauen sind nicht sicher auf den Straßen, am Arbeitsplatz und schlussendlich auch nicht zu Hause, dem Platz, an dem sie Schutz finden sollten“, sagt FRA-Direktor Morten Kjaerum (Quelle: TAZ). Na super, da haben wir den Salat.



Wie du mir, so ich Dir.


Seit klein auf lernt man doch, dass man andere Menschen so zu behandeln hat, wie man selbst behandelt werden möchte. Ist bei diesen Leuten das schier vorbeigegangen oder was ist da falsch gelaufen? Vielleicht sollte ich ihnen nächstes Mal einfach durch die Haare wuscheln oder ins Gesicht poken, vielleicht stehen sie ja drauf. Allerdings fürchte ich eher, dass ich eine Anzeige an den Hals bekomme.



Also Leute, hört auf mich ungefragt anzufassen! Ich kenne noch nicht einmal Eure Namen und da wollt Ihr gleich auf Tuchfühlung gehen? Nein, nicht mit mir. Ist ja nett, dass Ihr Euch zu mir hingezogen fühlt (also ich vermute mal, dass das einer der Gründe ist. Aber bei solchen Idioten weiß man ja nie.), aber schon mal was vom Flirten gehört? Oder verbaler Kommunikation? Denn ohne werdet Ihr garantiert nie jemanden kennenlernen. Na, außer vielleicht im Gefängnis, wenn Ihr ganz viel Glück habt. Aber so eine Kittchen-Romanze hat meist nie ein Happy End, wisst Ihr?



PS: Vor einigen Wochen gab es auf Twitter den Hashtag #imZugpassiert, der eine Antwort auf die Einführung von Frauenabteilen in der Mitteldeutschen Regionalbahn war. Mal davon abgesehen, dass solche glorreichen Ideen die Segregation nur fördern (Bye bye Emanzipation!) und die Problematik von sexuellen Übergriffen nicht löst, wird diesen Frauen einfach nicht geglaubt. Wie krank ist das bitte? #VictimShaming as its best. 




Top: NA-KD* | Mom Jeans: Monki Kimomo (Danke an Dan für den Tipp!) | College Jacket: Polham | Sneaker: Adidas Superstar | Watch: Daniel Wellington*




"Call me beautiful, so original, telling me I'm not like other girls
I was in my zone before you came along, now I'm thinking maybe you should go
Blah, blah, blah, blah
I be like nah to the I, to the I, to the no, no, no!



All my ladies listen up
If that boy ain't giving up
Lick your lips and swing your hips
Girl all you gotta say is...
My name is no
My sign is no
My number is no
You need to let it go
You need to let it go
Need to let it go
Nah to the ah to the, no, no, no!



Thank you in advance, I don't wanna dance (nope!)
I don't need your hands all over me
If I want a man, then I'mma get a man
But it's never my priority
I was in my zone, before you came along, don't want you to take this personal
Blah, blah, blah, I be like nah to the ah to the, no, no, no!"

Meghan Trainor - No

[Travel] Angkor (Cambodia) 2015: Phimeanakas Temple & Terrace of the Elephants

 
Unweit von Baphuon und Bayon ist Phimeanakas und die Elefantenterrasse zu finden.
Nach der Legende musste vor der Krönung eines neuen Königs der Anwärter die steilen Treppen zum Tempel erklimmen und die Nacht mit der Schlangenkönigin verbringen. In dieser Zeit durfte niemand, nicht einmal die Frau des Prinzen selbst, die Anlage betreten. Überstand er die Nacht unbeschadet, wies es auf einen würdigen Nachfolger hin.
The Terrace of the Elephants erstreckte sich über die gesamte Fläche und wurde vom König Jayavarman VII. genutzt, um über seine Armee blicken zu können. Ursprünglich war sie mit dem Phimeanakas Tempel verbunden, doch da sie (wie alle Tempelanlagen in Angkor) aus organischem Material besteht, setzte sich das Meiste bereits ab. Der Tourismus tat wahrscheinlich das Übrige.

Kolumne #4: How To Be Single + #AllBlackEverything-Outfit



"Warum bist du eigentlich Single?"

Meine Schwester hängt mir vor jedem Feiertag mit der Frage in den Ohren, was sie denn ihrem Freund schenken soll. Na da fragt sie eindeutig die Richtige, mich, Dauersingle. Mein ganzes Weihnachtsgeld hab ich fürs Shoppen auf den Kopf gehauen, mein Gehalt wird fürs Essen, Feiern oder Reisen verprasst und Gedanken um Geschenke mach ich mir relativ spontan, dann hab ich meist die besten Einfälle.
Komisch aber, dass man sich genau an Festtagen Zuhause etwas einsam fühlt. Mit Netflix im Bett. Allein. Das hört sich alles viel dramatischer und deprimierender an als es eigentlich ist. Es ist sogar gar nicht so schlecht, nicht das Bett und Eis mit jemanden teilen zu müssen: Mehr Platz und mehr Zucker für sich selbst! #foreveralone


Meine letzte Beziehung liegt mittlerweile eine Weile zurück, während viele meiner Freunde (immer mal wieder) vergeben sind. In der Zwischenzeit hatte ich einige Dates und Flirts, die u.a. ganz interessant, ansonsten aber horrormäßig waren (aber das ist eine andere Geschichte). Obwohl alle Kerle, die ich bisher getroffen habe, total unterschiedlich waren, gab es eine gemeinsame Komponente: Ich habe viel daraus gelernt und unheimlich an Selbstbewusstsein gewonnen. Nicht der Bestätigung wegen (um Himmels Willen), sondern, weil ich gelernt habe, was ich will. Zwangsläufig auch was nicht. Es ist ein Spiel: Theoretisch kann ich mich jedes Mal neu erfinden, quasi immer auf Reset drücken und mit Stopp alles pausieren, wenn etwas nicht passt. Nur um dann mit einem +1-Life neu zu beginnen. 


Ja, irgendwann wird es allerdings eintönig und nach dem siebzehnten langweiligen Date fragt man sich doch, warum man sich zwei Stunden lang zurecht gemacht hat und nicht lieber im Bett liegen geblieben ist. In diesen Momenten erscheint ein Serienmarathon plötzlich viel attraktiver, weil ich von den meisten Dates eher enttäuscht war. Zugegebenermaßen habe ich zu viel erwartet und daran ist es auch gescheitert. Mittlerweile gehe ich mit einer ganz anderen Einstellung an die Sache: Wenn's passt, dann passt's und wenn nicht, dann nicht. Zwei Stunden Konversation führen und sich danach nie wieder sehen? Ist voll okay, solange es auf Gegenseitigkeit beruht. Tut niemanden weh und keiner fühlt sich auf den Schlips getreten.


Überhaupt hat das alles mit Attitüde zu tun. Man kann nicht mit der Erwartungshaltung jemanden treffen, dass er die nächste bessere Hälfte wird. Genauso wenig sollte man sich über den Partner identifizieren. Kennt Ihr diese Leute, die von Beziehung zu Beziehung springen? Mag sein, dass sie das packen, doch erfahrungsgemäß haben sie wenig Eigenpersönlichkeit. Oder diese Pärchen, die selbst in der Öffentlichkeit nicht die Finger voneinander lassen können. Leider kann man da auch nicht wirklich weggucken, ist wie bei einem Unfall. Fremde Mundhöhlen sollten nur Zahnärzte genauestens inspizieren.

 

Aber genauso nervig sind diese Singles, die ständig über ihr Alleinsein jammern, Paaren böse Blicke hinterherjagen und an Valentinstag auf 180 gehen. Chillt Leute. Niemand mag Misanthropen, bei denen die Raumtemperatur schon beim Betreten um gefühlte zehn Grad abfällt. Statt seine Energie mit Hating zu verschwenden ist es viel schlauer sie produktiv zu nutzen. Auch, um neue Leute kennenzulernen, wenn man will. Bei heftigem PDA (= public display of affection) verdrehe ich wie gesagt gern mal die Augen, aber leben und leben lassen. Ganz einfach.


Zurück zu der Frage, warum ich Single sei. Und bitte erschreckt Euch nicht oder brecht in Hysterie aus. Also, hier meine Antwort: Weil ich Single bin. Ganz einfach. Seid Ihr zufrieden? (Wahlweise auch "Weil ich irre bin.", aber das kam meist nicht so gut an. Komisch.)
Wie gesagt, ich kann entweder ohne schlechtes Gewissen das ganze Wochenende wie ein Penner Zuhause rumschlurfen oder ohne passivaggressive Kontrollanrufe die Nächte durchtanzen, muss kein nettes Gespräch mit einem Fremden ausschlagen und kann die ganze Pizza allein aufessen. Wobei man jene Dinge auch in einer Partnerschaft nicht (mit sich) machen (lassen) sollte, aber ich zähle ja nur auf, was ich so mitbekommen habe. Alleinsein und der Selbstfokus hat meine Selbstwahrnehmung und Persönlichkeit nachhaltig beeinflusst und geformt. Ohne diese "Zeit mit mir selbst" wäre ich heute eine ganz andere. Viel unsicherer und ängstlicher, pessimistischer.

 

Vielleicht bin ich einfach nur ein Paradebeispiel der Generation Beziehungsunfähig, wie Michael Nast sie so schön nennt. Freiheitsliebend, auf dem Sprung und wegen der Angebotsvielfalt immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Und soll ich Euch etwas verraten? Ich bin nicht die Einzige. Besonders nicht in einer Großstadt wie Berlin, die immer wieder als bundesweite Singlehauptstadt gekürt wird. Es ist völlig legitim sich (vor allem in unserem Alter) nicht festlegen zu wollen. Karriere hat für viele einen höheren Stellenwert als Partnerschaft und das ist okay. Liebe ist nicht das einzige #LifeGoal.


Um diesen ganzen Wörtersalat kurz runterzubrechen: Genießt Eure Zeit. Sei es als Single, Vergebene(r), Unschlüssige(r) ... Lasst uns mit dem: "Warum bist Du denn Single? Du bist doch so hübsch/klug/witzig/alles-Mögliche-aber-eigentlich-frage-ich-nur-damit-ich-mich-mit-Dir-vergleichen-und-besser-fühlen-kann." in Ruhe. Es gibt keinen speziellen Grund, es ist, wie es ist. Und an alle verzweifelten Ungebundenen da draußen: Reißt Euch endlich vom Bildschirm los, wo ein vom Regen durchnässter Ryan Gosling Rachel McAdams unrealistisch dramatisch knutscht. Noch einmal: Es gibt so viel mehr als eine Beziehung: Freundschaft, Hobbys, Konzerte, Sport, Karriere, Essen. Besinnt Euch auf die wichtigste Person in Eurem Leben: Euch selbst. Lernt Euch selbst kennen, tut Euch was Gutes, bildet Eure Persönlichkeit aus. Denn Ihr müsst Euch vor niemanden für Euren Beziehungsstatus rechtfertigen, seien es Fremde, Crushes, Freunde, Bekannte, Familienmitglieder. Sich in Selbstmitleid zu suhlen oder verzweifelt verkopftes Suchen nach einem potentiellen Partner hat langfristig gesehen noch nie funktioniert.


Leather Jacket: AllSaints | Top: NA-KD* | Skirt: H&M | Sneaker: adidas Original | Sunglasses: RayBan | Watch: Daniel Wellington

Sollte Mr. Right (or (Half)Wrong, doesn't matter, ist alles eine Erfahrung wert) doch noch um die Ecke kommen, schaue ich liebend gern mit ihm Netflix. Es ist ja nicht so, dass ich der Zweisamkeit gänzlich abgeneigt bin, ganz im Gegenteil. Ich begrüße sie mit offenen Armen. Ich genieße eben meine Me-Time einfach nur. 
Bloß einen eigenen Pott Ben & Jerry's muss er sich holen, so fest lass ich mich dann doch nicht binden.


"Miss Independent
Miss Self-Sufficient
Miss Keep-Your-Distance
Miss Unafraid
Miss Out-of-My-Way
Miss don't let a man interfere, no
Miss On-Her -On
Miss almost grown
Miss never let a man help her off her throne
So, by keeping her heart protected
She'd never ever feel rejected
Little miss apprehensive
Said ooh, she fell in love
What is the feelin' takin' over?
Thinkin' no one could open my door
Surprise, It's time
To feel what's real
What happened to Miss Independent?
No more the need to be defensive
Goodbye, old you
When love is true."
Kelly Clarkson - Miss Independent



[Travel] Angkor (Cambodia) 2015: Baphuon Temple


Nach Angkor Thom/Bayon gingen wir schnurstracks zum nächsten Tempel, der auf unserer Agenda lag: Baphuon. Hier mussten wir zum ersten Mal uns lange Sachen überziehen, davor kamen wir in unserer kurzen Sommerbekleidung immer so durch. Bei den subtropischen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit klebten T-Shirt und Rock sofort an der Haut und das steile Treppensteigen erleichterte das nicht gerade. Hat sich jedoch gelohnt, denn oben auf der Plattform wehte etwas frischer Wind und einen schönen Ausblick hatte man auch. Die Entspannung hielt jedoch nicht lang an, schließlich mussten wir alles wieder runterkraxeln ...

After we visited Angkor Thom/Bayon we directly headed to Baphuon. At the entrance we were asked to cover our knees and shoulders so we put some shirts and maxi skirts on. Oh hell that was hot but when we reached the top it was so worth it. The view was amazing and there was even some fresh wind which cooled us down. But since we hadn't much time we had to climb down those steep quite soon.

Kolumne #3: Ostern - Fastenzeit, Verzicht und Bewusstsein


"Es gibt drei Formen der digitalen Spaltung: Zum einen die Divergenz zwischen Industrie- und Entwicklungsgesellschaften, zweitens die Kluft zwischen den Informationsarmen und den -reichen und zu guter letzt den Unterschied zwischen Nutzern und Nichtnutzern der digitalen Bandbreite ..." Leise murmle ich die Sätze immer wieder vor mich hin, während meine Hände das Silberpapier der Lindorkugel auseinander friemeln. Geistesabwesend kaue ich auf der zart schmelzenden Schokolade herum und genieße jeden klebrigen Schluck der süßen Masse. Als ich zu Bordieus Unterscheidung zwischen ökonomischen, sozialem und kulturellem Kapital gelange, ertappe ich mich dabei, wie meine Hand ins Leere greift. Ungläubig starre ich auf die übergroße Plastiktüte, in der sich bis vor Kurzem noch eine Handvoll Schokokugeln befunden haben. Die können doch noch nicht leer sein? Bestimmt hat sich noch eine versteckt.. Ja, da ist doch - Mist, ist nur Papier. Hab ich wirklich die ganze Tüte aufgegessen?!


Am 09.02. habe ich von einem Tag auf den nächsten beschlossen zu fasten. Quasi eine Nacht und Nebel Aktion, nur, dass sie in meinem Kopf stattgefunden hat. Ich wurde zwar christlich erzogen und kenne den Hintergrund der Fastenzeit, aber ich bin nicht besonders gläubig und auf Fleisch habe ich auch nicht verzichtet. Dafür auf Süßigkeiten, um genauer zu sein: Schokolade. 
Auf Gummibärchen, Kekse, Chips erst recht kann ich gut und gern für ein halbes Jahr verzichten, aber Schokolade? Zu meinen Lieblingssüßspeisen zählen Schokoladenkuchen und Schokoladeneis, je schokoladiger, desto besser! Während ich früher in Stresssituationen keinen Bissen herunterbekommen habe, schaufel ich mir zurzeit in Klausurenphasen massig in mich hinein. Spät abends, wenn ich am produktivsten bin, sind die Cravings so schlimm, dass ich gut und gern mal eine ganze Tafel verdrückt habe. Das letzte Mal waren es durchgängig fast zwei Wochen lang. Wie mein Körper es mir gedankt hat? Mit einem heftigen Akneschub. Ich hab nie die reinste Haut gehabt, aber innerhalb von wenigen Stunden sah ich aus wie eine Fünfzehnjährige in der Pubertätshochphase. Und das sogar noch nach der Klausurenphase, wo der ganze Stress abgefallen sein sollte. Und ja, daran war tatsächlich die ganze Schokolade schuld.


Mich hatte man letztens mit "diszipliniert" beschrieben und ich musste mein Lachen unterdrücken. Es stimmt, dass ich einige Dinge wie meine Sportroutine durchziehe. Doch ich bin die größte Prokrastinantin und in allem so wahnsinnig ablenkbar, dass ich tausend Projekte gleichzeitig beginne, aber nur gefühlt die Hälfte davon zu Ende bringe. Dennoch war ich mir ziemlich sicher, dass ich es schaffen würde, die vierzig Tage ohne Süßes durchzustehen. Und das habe ich auch. Na gut, nicht ganz, ein paar unbeabsichtigte Cheat Meals gab es. Der erste Rulebreaker war ein Bissen Kaiserschmarren, bei dem meine Schwester mich gedrängt hat, ihn zu probieren (fand ich nicht so geil), das nächste war der Nusskuchen zu Papas Geburtstag (bei so einem kleinen Personenhaushalt muss jeder min. fünf Stück essen, damit er wegkommt und nicht schlecht wird ...), dann waren in meinem Fertigporridge ein paar Schokoladendrops (die man im Nachhinein gar nicht mehr geschmeckt hat) und letzte Woche hat meine Schwester noch einen Blueberry Cheesecake gebacken (warum zur Hölle backt sie in der Fastenzeit so viel?). 
Für mich ist es trotz des Schummeln kein gescheitertes Projekt gewesen, im Gegenteil. Mir war bis dato gar nicht bewusst, wie viel Zucker ich eigentlich zu mir nehme, obwohl ich davon überzeugt war, mich sehr zuckerarm zu ernähren. Pustekuchen. Während ich auf den ganzen Süßkram verzichtet habe, wurde mir sowohl auf der Arbeit, als auch Zuhause ständig Schokolade angeboten. Vom Chef, von Kollegen, von Freunden, von der Familie. Hätte ich nicht gefastet, hätte ich jedes Mal zugegriffen, auch wenn es nur ein, zwei kleine Stücke gewesen wären. Kleinvieh macht auch Mist und kumuliert sich.


Teilweise waren die Cravings echt hart und ich konnte das Ende nicht abwarten. Doch der Detox hat mir wirklich geholfen, denn schon nach dem gestrigen Frühstück am Ostersonntag, für das ich zur Feier des Tages Pancakes gebacken habe, bin ich fast am Zuckerschock gestorben. Ich bin überhaupt nicht der süße Frühstückstyp und die Masse an süßem Aufstrich, Obst und Eierkuchen hat meinen Insulinspiegel wohl überfordert. Ich war echt froh, dass die Kiwis sauer waren.
Ich verteufle Zucker nicht, plädiere einfach nur für eine bewusstere Ernährung. Und nein, ich habe auch nicht aufgrund Gewichtsgründen darauf verzichtet (ich bitte Euch). Meine Schwester jedoch konnte mit meiner Fastenzeit gar nichts anfangen und kommentierte nur mit: "Weißt du, jetzt bin ich noch jung und kann es mir leisten, alles zu essen. In zehn Jahren vielleicht nicht mehr. Deswegen will ich mich nicht einschränken und es genießen, denn das Leben ist zu kurz für Verzicht  und schlechtes Essen." Mir fiel darauf keine Gegenantwort ein. She had a point. Genauso werde ich es auch ab sofort handhaben, nur gemäßigter und ausbalancierter. Sonst könnte ich in nächster Zeit schon wieder meinem fünfzehnjährigen Ich im Spiegel begegnen und damit will ich Euch lieber verschonen.


Wie habt Ihr Ostern verbracht? Habt einen schönen Ostermontag!

Beauty Essentials: Handbag Edition


Ich muss Euch etwas gestehen. Auch wenn es weh tut, das muss einfach mal gesagt werden: Wir Blogger sind auch nur Menschen. Wir sind nicht immer wie auf den Fotos top gestyled, sondern kämpfen mit Bad Hair Days, Augenringen und fahler Haut. Generell würde ich von mir behaupten, dass ich höchstens zwei Mal die Woche total gestyled aus dem Haus gehe. So mit Full Make Up-Face, gemachter Frisur, ordentlicher Outfitkombination, lackierten Nägeln (wobei die auch eher optional sind). Unter der Woche werf ich mir meist nur irgendwas über, besonders im Winter. Mir ist es wichtiger, den ganzen Tag über warm zu sein als stylish auszusehen.
Mit Make-Up verhält es sich ähnlich. Zwar erbarme ich mich morgen doch dazu, ein bisschen Concealer und Puder aufzutragen, meine Augenbrauen und vielleicht sogar Lippenstift und/oder einen Eyeliner zu ziehen, doch es gab auch Wochen, wo ich ganz ungeschminkt aus dem Haus spaziert bin. #faulheitsiegt
 
Dennoch gibt es so einige Beautyprodukte, die ich immer in meiner Tasche mit mir rumschleppe. Ohne sie würde ich im Alltag teilweise nicht überleben. Warum und welche das sind verrate ich Euch.















 

 

 

 

Lipbalm

Das Essentiellste überhaupt! Meine Lippen werden wahnsinnig schnell spröde und rissig und müssen daher alle paar Stunden mit Pflege behandelt werden. Seit Jahren nutze ich nur noch Lipbalms aus natürlichen Ölen, chemisches Zeug wie labello etc. mag ich gar nicht und kommt mir nicht auf die Lippen!
 

Handcreme

Im Winter trocknen meine Hände wie von selbst aus und werden erst rau und im schlimmsten Fall rissig. Überhaupt nicht angenehm. Daher habe ich immer eine kleine Tube in meiner Tasche, die nach jedem Händewaschgang rausgeholt wird.
 

Chubby Stick

Unter der Woche kriege ich meist nicht die Menge an Schlaf, die ich bräuchte und sehe daher immer mitgenommen aus. Da hilft mir mein Astor Lip Butter Flirt Natural ungemein! Es ist ein sanftes korallrosa, welches mich sofort frischer wirken lässt. Außerdem pflegt er gut und fühlt sich wie ein Lipbalm an, was mir besonders im Alltag wichtig ist.
 

Puder

Ich habe eine sehr ölige Mischhaut und glänze generell nach zwei Stunden, egal welche Produkte ich zur Vorbeugung benutze oder nicht. Eigentlich tupfe ich mir im Alltag nur den Glanz mit einem Papiertuch weg, aber wenn es ganz schlimm ist, kommt etwas Puder drüber. Aber das passiert vielleicht einmal im Monat. #faulheitsiegt
 

Concealer

Genau derselbe Spaß. Wird unterwegs kaum/gar nicht benutzt, aber wenn ich ihn Zuhause liegen lasse, breitet sich Panik aus und ich entdecke hundert Stellen, die abgedeckt werden "müssen". Kennt man, oder?
Welche Produkte schleppt Ihr immer mit Euch herum? Erzählt es mir, ich bin neugierig!

[Travel] Angkor (Cambodia) 2015: Angkor Thom / Bayon Temple

 
Leider sind meine Fotos aus Kambodscha so wahnsinnig durcheinander, dass ich kaum hinterher komme, sie Euch geordnet zu zeigen. Ich gebe mal mein Bestes.
Einer der beeindruckendsten Orte war Bayon / Angkor Thom. Nachdem man die steilen Treppen hochgekraxelt ist, eröffnete sich oben auf der Plattform quasi eine ganz neue Welt. Es ist schwierig zu beschreiben, doch so umgeben von Steinsäulen, die mehrere Jahrtausende alt sind, fühlt man sich unwirklich. Alles hatte einen surrealen Touch, als wäre man mit Lara Croft im Tomb Raider II-Spiel. Man hat quasi nur darauf gewartet, dass die Tiger aus ihren Verstecken kommen (ich weiß, dass die Szene in China stattgefunden hat, doch rein optisch hätte es auch locker in Kambodscha sein können).
Angkor Thom/Bayon ist übrigens neben Angkor Wat der berühmteste Bau und das nicht ohne Grund. Die Feinheit der Reliefs erstaunen mich immer wieder aufs Neue und die Gesichtertürme haben noch eins drauf gesetzt. Für alle mit Höhenangst: Versucht Euch einen Ruck zu geben und auf die Plattform zu klettern. Es ist Furcht einflößend und es hat mich auch Überwindung gekostet, aber es lohnt sich. Versprochen.

By the way: Happy March! Frühling, obwohl ich dich wegen der Pollensaison fürchte, darfst du gern Einzug halten. Also, los jetzt!