[Stories] Homecoming

Wednesday, March 20, 2013


Als Kind habe ich immer davon geträumt, eines Tages als berühmte Erfolgsautorin gefeiert zu werden und mit dem Schreiben mein Geld zu verdienen. Heute sehe ich das natürlich realistischer und werde beruflich wohl einen anderen Weg einschlagen, aber ganz habe ich diesen Traum nie aufgegeben. Daher dachte ich mir, dass ich ein paar Kurzgeschichten aus meinem Kurs Kreatives Schreiben hier veröffentliche, zumal ich zurzeit wegen dem Abitur viel zu tun habe.

Lasst mich einfach wissen, was ihr davon haltet! :) Und vergesst nicht den Blogger Ostercountdown

Homecoming
« Wie sie wohl reagieren würde? Würde sie lachen, weinen, gar vor Freude schreien? Oder ihn nur ganz nüchtern begrüßen? Sooft hatte er sie sich vorgestellt: lachend in ihrem Blumenkleid, streng und teilnahmslos in ihrem dunklen Kostüm von der Arbeit, leicht und aufgeregt in ihrer roten, fließenden Bluse.
Es war ein wichtiger Tag für ihn. Nach über einem Jahr Forschungsarbeit kehrte er endlich von der exotischen Insel in die Stadt zurück. Doch von der damaligen Tristesse und dem Üblen war scheinbar nichts mehr geblieben. Hell schien die Sonne über die Dächer hinweg und eine gewisse Glückseligkeit schien die Luft geschwängert zu haben.
Vorsichtig hievte er seinen schweren Reisekoffer auf die Rolltreppe. Wie sie ihn wohl empfangen würde? Ob sie ihn überhaupt vom Flughafen abholt? Wenn ja, würden sie dann voller Freude in ihren Wagen steigen und endlich das gemeinsame Leben aufbauen, von welchem sie immer geträumt hatten? Welches ihnen aber aufgrund seiner zeit- und nervenraubenden Arbeit immer verwehrt geblieben war. Diese hatte er schließlich mit seiner Heimreise ihretwegen aufgegeben und damit all die damaligen Streitigkeiten, Tränen und Wutausbrüche beerdigt.
So viele verschiedene Visionen schwirrten durch seinen Kopf. Er schloss die Augen und sah sie vor sich. Sie ist merklich gealtert, leichte Falten durchziehen ihre Mund- und Augenwinkel, Furchen zieren die ehemals so ebene Haut. Erste Anzeichen von grauem Haar machen sich in ihrem nussbraun bemerkbar. Dennoch hat sie nicht einen Hauch von ihrer Schönheit eingebüßt, nein, ergriffen von ihrem unwiderstehlichen Lächeln fühlt er sich umso mehr zu ihr hingezogen.
Er streckt seine Arme aus, um sie zu sich heranzuziehen, doch ein kleiner, aufgeregter Junge läuft zwischen ihnen hervor, welchen sie fürsorglich hochhebt.
„Schau mal, Daddy ist wieder da.“, sagt sie mit ihrer melodischen, warmen Stimme. 
Der Kleine quiekt vor Freude.
Ohne Scheu gibt er seiner Frau und seinem Sohn einen Kuss und durchschreitet gemeinsam mit ihnen den grünen Vorgarten. Zusammen betreten sie das große, weiß gestrichene Haus. Die Holzdielen knarren zur Begrüßung und eine glückliche, eingerahmte, dreiköpfige Familie lächelt ihm von den Wänden zu. 
„Schatz, kommst du essen?“, ruft sie aus der Küche. 
Sie setzt das Abendessen auf den Tisch und lächelt ihn an. Es ist das Lächeln, welches er seit ihrer allerersten Begegnung so sehr liebt.
Eine Durchsage aus einem knatternden Lautsprecher rissen ihn aus seiner Fantasie heraus. Wie durch eine Zeitmaschine zehn Jahre zurück befördert fand er sich in der Empfangshalle des Flughafens wieder. Müde rieb er sich die Augen und hob seinen Koffer von der Rolltreppe. Aus den Augenwinkeln sah er eine flatternde, rote Bluse und hörte ein helles Lachen.
Impulsiv drehte er sich um und sah ihr direkt in ihre grünen Augen. Sie lächelte.
Ihre Hand umfasste die eines anderen Mannes. «

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7 % Love

  1. ich schreibe auch unglaublich gerne und habe davon geträumt bestseller-autorin zu werden :-)

    ich finde die story schön , sehr leicht geschrieben ! du kannst so gut mit wörtern umgehen ! das ende war traurig, hat mein herz etwas gebrochen ;) seufz

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  2. Ich möchte unbedingt mehr lesen! Du schreibst so schön leicht und einfühlsam.

    Ich habe immer noch den Traum, Schriftstellerin zu werden und werde auch versuchen, alles dafür zu geben, aber mache auch was "vernünftiges" ;).

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  3. Salut,

    ich finde, du hast da eine sehr schöne Geschichte geschrieben, aber eine Kleinigkeit finde ich doch etwas unlogisch:

    Aus deiner Geschichte kommt es so raus, als ob er vor der Reise mit ihr zusammen war bzw. irgendwas zwischen ihnen lief ("...damit all die damaligen Streitigkeiten, Tränen und Wutausbrüche beerdigt.", "...das gemeinsame Leben aufbauen, von welchem sie immer geträumt hatten?"). Dann wäre es aber komisch, dass sie ihn abholt und auch noch einen anderen Mann dabei hat, da sie anscheinend ja auch Gefühle für den Reisenden hatte. Da taucht man dann aber nicht einfach mit einem neuen Mann auf. ^^ Das ist so eine Kleinigkeit, die mich beim lesen gestört hat. Würde es am Anfang der Geschichte mehr auf eine Freundschaft lenken und das die Gefühle nur von dem Reisenden ausgehen. Oder das Ende verändern, dass sie ihn nicht gezielt am Flughafen abholen will, sondern er sie zu Hause überrascht etc.

    Hach, ich will gar nicht so pingelig rüber kommen, da ich ansonsten deine Wortwahl wunderbar finde und man es fließend lesen kann! Ick finds jut!

    Liebe Grüße,
    Steff

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    Replies
    1. Hallo Steff,
      vielen, vielen Dank für deine Rückmeldung! Nein nein, ruhig weiter "meckern", Vebesserungsvorschläge kommen leider wenige. :(
      Deine Ideen erscheinen mir im Nachhinein auch sehr viel logischer. Gefallen mir sehr gut.
      Es ist natürlich eine reine Interpretationssache. Habe es absichtlich sehr schwammig und offen gelassen, damit man die Beziehung auch nicht näher charakterisieren kann. ^^
      Aber dankeschön, freue mich, wenn öfters sowas kommt!

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    2. Ja, das stimmt natürlich, das jeder es anders interpretiert, aber ich finde, durch bestimmte Aussagen im Text (die ich oben schon genannt habe), verliert es das schwammige und die Beziehung wird dadurch genauer definiert. Sind eigentlich nur zwei Sätze, aber dadurch formt sich bei mir Kopf, dass sie schon sowas wie eine Beziehung hatten. Ich denke, wenn du diese abschwächst bzw. umformulierst, dann erreichst du den gewünschten Effekt am Ende, den du dir beim Schreiben wahrscheinlich gedacht hast.

      Ja, denke auch, dass die berühmte "konstruktive Kritik" einen weiter bringt, als nur Lob (auch wenn man das auch ab und zu hören muss!). Du kannst wirklich gut mit Worten umgehen, deswegen darf ich auch über so eine Kleinigkeit meckern, hihi.

      Hab einen schönen Abend,
      Steff

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  4. Wow, du hast wirklich Talent.
    Die Geschichte ist schön geschrieben, man liest Sie leicht, und ich mag das Ende sehr. Auch wenn es traurig ist.

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  5. krass dein text ist eeecht gut. war am ende grad bisschen baff. weiter so liebes !
    ♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥♥
    HIER gelangt ihr zu meinem Blog<3

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