[Stories] Back to the roots

Tuesday, May 14, 2013

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Heute gibt es wieder eine von mir verfasste Geschichte, während ich für meine morgige letzte Abiturprüfung nochmal wiederhole. Homecoming könnt ihr übrigens hier lesen. 
Ach und hey, mein Blog ist heute offiziell 3 Jahre alt! Hurra! Großen Dank geht natürlich an euch, meine Leser, die mir die letzten Jahre so treu geblieben seid. :*

Back to the roots
« Der Wald war in völliges Grün getaucht. Die Bäume standen so dicht beieinander, dass ich kaum an ihnen vorbei sehen konnte. Meterhoch ragten sie in den Himmel, wie Giganten schienen sie stolz dazustehen und den Göttern trotzen zu wollen, die Äste wie Hände in die Hüfte gestemmt. Mammutbäume, dachte ich beeindruckt.
Langsam aber unsicher ging ich vorwärts. Eigentlich war mein Vorhaben unendlich dämlich. Schon lebensmüde. Mich ganz allein durch diesen unendlich großen Wald durchzuschlagen. Doch wen hätte ich schon fragen können? Hier in diesem Ort kannte ich niemanden und meine Mutter war hunderte Meilen von mir entfernt. 
Der Gedanke, dass ich verrückt sein musste, kroch wieder in mir hoch. Wer klaut schon die Kreditkarte seiner Mutter und fliegt von New York bis nach Kalifornien, nur um seinen angeblich verschollen Vater zu suchen? Ich rümpfte die Nase. Meine Mutter hatte mir jahrelang eine Lüge aufgetischt und nun wollte ich selbst die Wahrheit herausfinden.
Wieder unerschrocken erklomm ich das unebene Wurzelwerk und bahnte mir meinen Weg tiefer in den Wald hinein. Soweit meine Nachforschungen stimmten, war mein Vater ein Native American und lebte in einem Reservat irgendwo hier in diesem Gebiet. Meine Mutter hatte ihn als Studentin an der Westküste kennen und lieben gelernt. Dann war sie schwanger geworden. Doch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten beiderseits (sie hatte ihr Studium an der Stanford abschließen und er hatte seine Familie und Freunde nicht im Reservat zurücklassen wollen), heirateten sie nie. Sie hatte eine gut bezahlte Stelle in New York City erhalten und hatte meinen Vater nie wieder gesehen.
Sie hatte mir nur seinen Namen verraten wollen. Hiamovi. Laut meinen Recherchen hieß es übersetzt großer Anführer. Ich fragte mich, ob mein Vater wirklich so charismatisch war und einen starken Willen hatte. Denn dann hatte ich meinen definitiv von ihm.
Meine Gedanken kreisten noch weiter um meinen mysteriösen Vater, dass ich nicht bemerkte, wie schnell es dunkel wurde. Die Temperaturen sanken rasch ab und ich fror leicht unter meiner dünnen Kleidung.  Allmählich bereute ich mein impulsives Vorhaben.
Ich hatte mich nur auf die vagen Aussagen eines Souvenirshopbesitzers mit indianischen Wurzeln verlassen und war euphorisiert in den Wald gestapft, als er meinte, dass ein Stammesführer namens Hiamovi nur wenige Meilen in den Wald hinein in einem Reservat leben würde.
Ich bin doch so eine Idiotin!, schalt ich mich wütend. Eine Eule schrie schrill durch die Nacht und ein Schauer fuhr mir den Rücken hinunter. Ich sah unförmige Gestalten zwischen den Bäumen umher huschen. Oder bildete ich sie mir ein? Ängstlich versuchte ich mich zu beruhigen. Der Wind blies leise.
Nachdem ich noch eine Weile über das Wurzelwerk gestolpert war, nahm ich in der Ferne ein flackerndes Licht war. Versteinert blieb ich stehen. Was war das? Vorsichtig lief ich der Lichtquelle entgegen und identifizierte sie bald als ein Lagerfeuer. Ich hörte fröhliches Lachen. Und Musik. Trommeln. Eine Gruppe von Menschen sang wunderschöne, harmonische Lieder in einer für mich fremden Sprache.
Ich fasste erneut Mut und ging geradewegs der Gruppe entgegen. Nach so vielen Jahren würde ich endlich meinen Vater kennenlernen. Ich hatte es sicher im Gefühl, dass ich ihn hier antreffen würde. Mein Herz pochte laut im Rhythmus der Trommeln. «

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15 % Love

  1. Happy Blog Birthday :-) Und ganz viel Erfolg für die Klausur morgen.

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  2. Dein Schreibstil ist so angenehm. :) Ganz viel Erfolg wünsch auch ich dir!

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  3. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner münlichen Prüfung! Fight!

    Der Text ist toll geschrieben!

    Gratulation :D 3 Jahre? WOW!

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  4. Ganz viel Glück morge! Hab meine mündliche jetzt hinter mir. *_*

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  5. Wow ! Du musst die geschihcte weiterschreiben :D!!!
    Schöner schreibstil

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    Replies
    1. Danke, aber nein. Ist eben nur eine Kurzgeschichte. ;)

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  6. Du schreibst sehr, sehr schön, mag ich :)

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  7. Dein Schreibstil ist echt toll! Kannst du die Geschichte bitte, bitte weiterschreiben und hier auf deinem Blog posten? Bitte! :)
    Und Alles Gute zum Blog-Geburtstag! 3 Jahre ist ja schon echt viel.
    l.g. Lena

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    Replies
    1. Vielen Dank!
      Nein sorry, das ist nur eine Kurzgeschichte, haha. Hab mir keinen weiteren Plot dazu ausgedacht. ^^

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  8. Viel Glück! Ich hab auch gerade geschrieben!

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  9. ich wünsche dir viel Erfolg und ich hoffe sehr, dass du weiterschreibst :)

    Giveaway auf meinem Blog!

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  10. Vielen Dank meine Liebe :*

    Liebste Grüße, Carolin von
    http://everythingblurry.blogspot.de/

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