[Travel]: Barcelona Guide (Day 1) #followmearound

Tuesday, June 21, 2016



Wer mir fleißig auf Instagram und Snapchat (@Yoyo.Kim) folgt, weiß, dass ich Anfang April für einige Tage in Barcelona war. Vier, um genau zu sein. Da ich bisher noch nie in Spanien gewesen bin und da ich auch nicht allzu viel Zeit hatte, wollte ich wie eine typische koreanische Touristin (nur die schaffen es, halb Europa innerhalb von einer Woche zu sehen) alles mitnehmen, was nur möglich war. Dementsprechend habe ich meine vier Tage auch vollkommen genutzt und bin teilweise 20 km pro Tag gelaufen (danke Schrittzähler-App!). Wer die ganzen Snaps verpasst hat, kriegt jetzt hier die geballte Ladung an Urlaubsfotos. Aber heute erstmal nur vom ersten Tag. Enjoy and follow me around!


Nach zwei Stunden Schlaf klingelte mein Wecker mich um 04:00 aus dem Bett und ich machte mich auf dem Weg zum Flughafen. Check-In hatte ich schon online erledigt, doch da man bis Schönefeld eine Ewigkeit braucht, wollte ich lieber sicher gehen. Mein Flug ging irgendwann um 6 Uhr morgens und zwei Stunden später landete ich auch schon in Barcelona. Mit dem Aero Bus ging es innerhalb von zwanzig Minuten in die Innenstadt. Dank Free WiFi und Google Maps hab ich mein Hostel an der Universitat relativ schnell gefunden, checkte ein, sagte Dan und Mercedeh "Hallo" (Fun Fact: Wir buchten unabhängig voneinander unser Flüge und stellten im Nachhinein fest, dass wir im selben Zeitraum in Barcelona sind. Ich stornierte kurzer Hand mein AirBnB am Arc de Triomf und buchte mich in ein Zimmer in deren Hostel in Eixample - übrigens transporttechnisch die bessere Entscheidung, wie sich im Nachhinein rausgestellt hat) und machte mich auf den Weg.



Mein erstes Ziel war das Museu d'Art Comtemporani de Barcelona (MACBA). Ich hab es geliebt. Die klare Architektur des Gebäudes, moderne Exponate, Vieles, was ich bereits in Büchern, Vorlesungen usw. gesehen und nun auch IRL bestaunen konnte. Leider bin ich ziemlich durchgerushed, weil ich Angst hatte, mit der Zeit nicht hinzukommen. Vorher müsst Ihr vielleicht wissen, dass ich mir einen akribischen Schlachtplan zurecht gelegt habe, total durchgetaktet, aber großzügig gestaltet und machbar mit berechneter Flanierzeit dazwischen. Jedoch habe ich nicht damit gerechnet, dass Barcelona so kompakt ist, dass ich alles innerhalb weniger Minuten zu Fuß erreiche ... Aber erstmal weiter.


Als nächstes stand Casa Battló auf der Liste. Und da ich die Stadt sehen wollte, lief ich vom Museum durch die kleinen Gassen eben am Plaça de Catalunya den Passeig de Gràcia hoch. Stellt Euch dazu meine Müdigkeit und mein Hungergefühl vor, wobei ich davon bis zum Essen wenig gemerkt habe. Anscheinend war ich noch total hyped vom Gedanken, tatsächlich in Barcelona zu sein. Die ungewohnte Sonneneinstrahlung überraschte mich aber doch ziemlich und ich zog während meines Walks Lage um Lage aus, die Tasche wurde schwerer und schwerer ...



Irgendwann, als mein #hangry-Level kaum mehr auszuhalten war, erreichte ich es endlich: Casa Battó. Als eines der markantesten Signaturen Gaudìs prägt es die Kultur doch nachhaltig. Trotz der Off-Season waren überall Touristen um mich herum und nachdem ich mich genug am Modernisme-Stil gelabt habe, suchte ich wie ein ausgehungerter Wolf auf Yelp nach Restaurants in der Nähe. Oh man, war ich verzweifelt. Ihr müsst wissen, dass ich bewusst keine Restaurants vorher rausgesucht habe, weil ich naiver weise dachte: "Ach, du gehst einfach irgendwo rein, wo es gut aussieht." Mit einem begrenzten Studentenbudget und der Entscheidungsfreudigkeit einer typischen Waage: Pustekuchen. 


Nach ein bisschen scrollen und vergleichen entschied ich mich für das Taquerías Tamarindo. Weil ich Idiot kein Spanisch spreche half mir der supernette Kellner mit der Bestellung. Ich hatte irgendein Mittagsmenü mit Guacamole und Tacos als Vorspeise und etwas beefig-Überbackenes mit Bohnen als Hauptmahlzeit. Mit Eistee und inkl. großzügigem Trinkgeld meinerseits (der Kellner hat mir schier das Leben gerettet!) hab ich 12€ ausgegeben. Fair.
Vorher bin ich übrigens am Fundació Antoni Tàpies vorbeigelaufen, was ich aber erst im Nachhinein rausgekriegt hab.


Wieder gestärkt bin ich mit der Metro zum Arc de Triomf gefahren. Ein 10er-Ticket kostet aktuell 9,95€, völlig legitim. Auf dem Passeig de Illuís Companys habe ich ein bisschen das großartige Wetter genossen.

Ein von Yoyó Kim ❥ Eros & Psyche (@yoyo.kim) gepostetes Foto am

Quasi direkt daneben am Passeig de Picasso befindet sich die "Hommage à Picasso" von Antoni Tàpies, welches ich unbedingt sehen wollte. Allerdings habe ich es auf den ersten Blick total übersehen, weil der Glaskasten tatsächlich einfach mitten auf der Straße steht und vor sich hinplätschert. Auf dem Innern des Segeltuchs steht übrigens ein Zitat von Picasso von 1945: "Die Malerei ist nicht dazu da, Wohnungen zu schmücken, sie ist eine Kunstwaffe zum Angriff und zur Verteidigung gegen den Feind." Kunst im öffentlichen Raum und politisch intendiert, u.a. deshalb wohl mein bisher absoluter Favorit Instagram-Foto aus meinem Feed und für mich quasi der Inbegriff des Trips. Liebe!


Dann hat die Zeit doch ziemlich gedrängt, denn ich wollte noch unbedingt an dem Tag ins Museu Picasso. Fast wollte ich schon online Karten kaufen, doch meine Freundin Mirja (die nur wenige Wochen vor mir in Barcelona gewesen ist) meinte, Studenten kämen umsonst rein. Also buchte ich vor Ort fix ein Ticket und vertrieb mir die Wartezeit von etwa einer Dreiviertelstunde wieder mit Flanieren. Anscheinend scheine ich eine Begabung dafür zu hegen, beim umintendierten Herumwandern alles Spannende zu finden, was gar nicht auf meiern Agenda lag (deswegen hab ich auch viel mehr von Barcelona gesehen, als ursprünglich geplant. Not too bad.). Die Santa Maria del Mar im Barri La Ribera ist eine wunderschöne Kathedrale, wie die meisten in der Stadt. Kirchen und Kathedralen haben immer so etwas unterschwellig Mächtiges an sich, findet Ihr auch? 
Auf dem Rückweg zum Museum kaufte ich mir erstmal die zweite 1,5l-Wasserflasche an dem Tag (#vieltrinker) und freute mich auf Picassos Werke. Ich kann schon vorab sagen, dass das Museu Picasso eines meiner Highlights der Reise war. Die Ausstellung hat mich wahnsinnig beeindruckt. Ich fand es unglaublich spannend, wie Picassos Stil sich im Laufe der Jahre unter Einfluss von verschiedenen Menschen und Umständen geändert hat. Wenn Ihr in Barcelona seid und eine Vorliebe für Kunst habt, müsst Ihr dem Museu Picasso unbedingt einen Besuch abstatten. Es lohnt sich definitiv.


Nachdem ich ungelogen über zwei Stunden im Museum verbracht habe (ich vergesse bei Kunstausstellungen gern mal die Zeit) knurrte mir doch gegen 19 Uhr der Magen. Da ich noch auf jeden Fall am ersten Abend das Meer sehen wollte, lief ich Richtung Hafen. Auf Yelp hatte ich ein gut bewertetes Restaurants raus gepickt und freute mich auf meine wohl verdiente Paella. Nachdem ich tausend Schleifen laufen musste stand ich vor verschlossenen Türen - na ja, so fast. Paellas nur ab zwei Personen. Das war mir vornherein klar, aber ich hatte Hoffnung. Aber ÜBERALL wurden sie nur ab zwei Personen angeboten. ÜBERALL!
Wieder total #hangry wollte ich dann nur noch irgendwas zu essen. Vergiss fancy Paella, ich hab Hunger! Am Passeig de Colom (wo ich dann zum zweiten Mal entlang lief) setzte ich mich irgendwann in ein Tourirestaurant, weil es Paella für eine Person gab. Halleluja. Auf dem Foto mag die zwar gut aussehen und die Scampi waren echt frisch und lecker, aber der Rest ... Ich hab es nur gegessen, weil man Essen nicht wegschmeißt und ich ein Loch im Magen hatte. Ansonsten waren sie die 11,50€ nicht wert. Sad.


Ich schloss den Tag mit einem Spaziergang am Hafen und lief sogar bis zum Einkaufszentrum maremagnum am Port Vell, welches um 22 Uhr sogar noch geöffnet war. Ich gönnte mir erstmal eine Bomberjacke von Stradivarius und machte mich anschließend langsam auf dem Weg zurück ins Hostel. Zu Fuß. Ich war über sechzehn Stunden unterwegs und hatte die Nacht davor nur zwei Stunden geschlafen. Die Erschöpfung kickte vollends ein und ich ging im Carrefour an der Ecke nur ein bisschen Lebensmittel einkaufen, bevor ich zuerst in die Dusche und danach todmüde ins Bett fiel. Aber ich wusste schon dann, dass es die richtige Entscheidung war, nach Barcelona zu fliegen.

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