Kolumne #10: Irgendwer, irgendwo, irgendwann

Saturday, November 19, 2016


Er langweilt mich.

Mitten in seinem Satz spring ich vom Hocker auf, schnappe mir meinen Drink und schmunzle ihm im Vorbeigehen noch zu. Seine Reaktion geht im Lärm der Dunkelheit unter. 

Irgendein Typ in irgendeinem Club in irgendeiner Stadt in irgendeiner Nacht, der in mir die Frau für eine Nacht gesehen hat. Vielleicht für seine Nacht, nicht für meine. 

In einem Zug leere ich das Glas, genieße das Brennen in meinem Rachen und lasse mich in der Menge treiben. Ich spüre das Licht auf meiner Haut, den Bass tief in mir, sauge die Atmosphäre auf. Das Schwarz kleidet uns alle ein. Wie eine dicke Suppe zieht sie uns kreisend hinein, immer tiefer, immer intensiver.



Mein Körper vibriert, als er den Raum betritt: Wie ein Radar schlägt er Alarm, eine einzige Frequenz, ausgerichtet nur auf ihn. Wie in Ekstase bewegt sich mein Körper zum Rhythmus des Beats, immer schneller, immer weiter. 

Seine Hände umfassen meine Hüften und seine Lippen ruhen direkt über meinem nackten Schlüsselbein. Blitze flackern auf und hinterlassen unsichtbare Male. Grinsend löse ich mich, schenke ihm ein verschmitztes Lächeln und verschwinde wieder in der Masse der Körper. 

Nicht irgendein Typ, nicht in irgendeinem Club, nicht in irgendeiner Stadt, nicht in irgendeiner Nacht. 


Dein Status ist hier nicht von Belang, deine Geschichte nur eine von vielen, die Zeit ist keine Währung. Nur das Sein zählt, dein Jetzt. Meine Augen suchen das Licht.

Das Gespräch mit der Bilderbuchschönheit scheint ihn zu amüsieren, während sein Mund nach der sprudelnden Flüssigkeit in seiner Hand giert. Mein Grinsen verleitet mich dazu, noch zwei Runden im Körpermeer zu drehen, bevor ich geradewegs auf ihn zugehe. Fordernd nach seinem Shirt zerre.
Es knallt, als meine Lippen auf seine treffen, sich unsere Zungen finden. Wie eine spontane Explosion zündet der Kuss augenblicklich, Atome reagieren aufeinander und elektrisieren die Luft. 

"Wollen wir gehen?"

Ich schenke ihm ein Lächeln, drehe eine Pirouette und verschwinde in der Menge. Lachend drehe ich mich um und strecke meine Hand nach ihm aus. 

Zwei Menschen in diesem Club, in dieser Stadt, in dieser Nacht.

Er kennt meine Antwort.



Top: Pull & Bear | Shorts: Noisey May | Coat: NA-KD* | Boots: Vagabond | Watch: Nicole Vienna* | Earrings: Forever21


Tove Lo - Lady Wood

Why judge a babe who dance alone?

I know what people say about you
They say the same about me
And I don't care if it's all true
I want you hanging with me
I want you, I want you hanging with me
I want you, I want you hanging with me

Perfect imperfections with mistakes and a unlearned lessons
Yeah, you give me wood
Give me lady wood
Dirty on the inside, damaged goods with nothing but pride
Yeah, you give me wood
Give me lady wood

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8 % Love

  1. Super schöner Look und unglaublich gut geschrieben! Liebst, Vanessa

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  2. Mal wieder sehr toll geschrieben! :)

    Liebe Grüße, Chi Chi
    www.ccl-cherryblossom.blogspot.de

    ReplyDelete
  3. WOW !! Super interessant geschrieben :)
    Wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen ;) Außerdem würde ich gern wissen wollen, wie es weiter geht? :)

    Tolles Outfit übrigens :)

    Liebste Grüße
    Swantje von http://www.swanted.de/

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    Replies
    1. Danke dir, Swantje. Tja, vielleicht gibt's eine Fortsetzung. ;)

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